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Porsche Fahrsicherheits- und Ladies-Training im FSZ FahrenErleben in Steißlingen am 03.04.16
- Porsche Zentrum Reutlingen zusammen mit Porsche Club Schwaben -

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Gerade eben sind die Organisatoren und PCD-Instruktoren vom exklusiven Fahrtraining in Zandvoort zurück gekehrt. Und schon geht es weiter zur Porsche Club Pilot-Veranstaltung im Fahrsicherheits-Zentrum in Steisslingen. Im Vordergrund steht in Steisslingen der sichere Umgang mit dem eigenen Porsche. Dabei frischen die Fahrerinnen und Fahrer ihr fahrerisches Wissen und optimieren bei den Übungen ihre Fahr-Künste. Das "optimieren" hört nie auf, da ziemlich sicher keiner jemals das Fahrkönnen von Walter Röhr erreichen wird (Denn dann wäre vermutlich das Optimum erreicht).

Am Samstag Abend bereiten die Instruktoren die Sektionen für den Trainingstag vor.

Technologisches Highlight ist die Fahrtechnikpiste (Sektion 1), d.h. eine Schleuderplatte und 14 Wasserhindernisse auf bewässertem Asphalt und Gleitfläche, inklusive Wechselkurve. In dieser Sektion stehen folgende Fragestellungen bzw. Ziele auf dem Programm:

  • wie bremse ich und was passiert dabei
  • wie reagiere ich auf Hindernisse
  • Einem Hindernis ausweichen und das ausbrechende Fahrzeug einfangen

Die Kreisbahn (Sektion 2), Freude für die Einen, zu bezwingendes Hindernis für die Anderen, besteht aus einer Gleitfläche in Kreisform. Ziel ist es, mehr Fahrgefühl und ein besseres Feeling für Reifen und Fahrzeug zu erarbeiten. Konkret heisst dies,

  • wann untersteuert ein Fahrzeug (Fahrzeug schiebt über die eingelenkten Vorderräder) und wie reagiere ich darauf;
  • wann und warum übersteuert ein Fahrzeug (Fahrzeug verliert an der Hinterachse Bodenhaftung; das Fahrzeug bricht aus) und wie reagiere ich darauf;
  • welchen Einfluss hat das PSM (Porsche Stability Management) und wie funktioniert es überhaupt. Dieses Thema wird auch bei der theoretischen Schulung behandelt und in Videos demonstriert.

Der Slalom-Parcours (Sektion 6), abgesteckt mit Pylonen, ist ein Handlings-Parcours, der Fehler leicht verzeiht, da beim Überfahren von Pylonen die "Grenzen der Strecke, Fahrzeuge und Fahrer" ohne Risiko überschritten werden können. Ziele sind hierbei die Optimierung der Blickführung, die Beherrschung der Fahrzeug-Dynamik mit Lastwechseln und ein besseres Feeling für Reifen und Fahrzeug.

Auf dem 750 m langen Handling-Parcours (Sektion 4) geht es eben um das Fahrzeug-Handling, d.h. das Fahren auf einer kurvigen Strecke (ähnlich einer kleinen Landstrasse im hügeligen Gelände). Geübt wird hierbei die richtige Blickführung (vorausschauend fahren), die Kurventechnik (Linienführung, Bremsen, Lenken, Beschleunigen, Lastwechsel). Auf den Fahrer bzw. die Fahrerin kommen auf der anspruchsvollen Strecke sehr viel Aktivitäten zu, die richtig eingeschätzt und umgesetzt werden müssen. Dabei verbessert sich das Fahrgefühl. Die Grenzen von Fahrer, Reifen und Fahrzeug können unter realen Bedingungen erfahren werden. Dabei soll auch die Erkenntnis für optimales Fahren vertieft werden: Ruhiges und vorrausschauendes Kurvenfahren mit minimalen Lastwechselreaktionen

Die praktischen Übungen werden im Theorieblock mit dem entsprechenden Fachwissen und Fahrvideos zu Fahrtechnik und Fahrphysikvorbereitet bzw. vertieft.

Nach dem Aufbau der Sektionen können die Organisatoren und Instruktoren nach einem kleinen Briefing einer erfolgreichen Veranstaltung am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein entgegen sehen.

Am frühen Sonntag Morgen treffen die Teilnehmer im Fahrsicherheitszentrum und nutzen die Gelegenheit zu einer kleinen Stärkung.

Die Theorie startet mit den Informationen zum Tages­ablauf und zum Fahrsicherheitszentrum. Basis für das praktische Training und überhaupt für sicheres Fahren sind Sitzposition, Lenkradhaltung und Blickführung. (Ein kleiner Tipp: Die Disco-Haltung – ganz tief im Sitz und Rückenlehne soweit zurück, dass gerade mal die Fingerspitzen das Lenkrad greifen können – ist grundfalsch!)

Mit den weiteren Themen zur Kurventechnik und zum Lastwechsel werden die praktischen Übungen vorbereitet: Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei das Eigenlenkverhalten, also Unter- und Übersteuern des Fahrzeuges. Dieses Thema kann sehr gut auf der Kreisbahn mit Gleitfläche geübt werden.

Das Eigenlenkverhalten, das Bremsen und viele andere Bereiche des "Fahrens" werden bei modernen Fahrzeugen durch Systeme für die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC – Electronic Stability Control, bei Porsche PSM: Porsche Stability Management) beeinflusst bzw. - wie der Name schon sagt – kontrolliert. In der Theorie wird aufgezeigt, wie ESC eingreift, um das Fahrzeug in kritischen Situationen zu kontrollieren. In den Sektionen können dann die Übungen mit aktivem bzw. abgeschaltetem PSM durchgeführt werden.

In 4 Gruppen geht's dann mit den Instruktoren in die Sektionen. Begonnen wird mit einfachen Übungen. Im Laufe des Tages wird der Schwierigkeitsgrad durch die Instruktoren immer weiter erhöht. Auf der Fahrtechnikpiste beginnt das Training mit dem Bremsen vor einem Hindernis. Anschliessend muss das Hindernis nach dem Bremsen auch noch umfahren werden. Zuletzt wird das Fahrzeug durch die Schleuderplatte zum Übersteuern gebracht – Dies simuliert z.B. Aquaplaning, die Hinterräder verlieren die Haftung. Der Fahrer oder die Fahrerin sollen das ausbrechende Fahrzeug wieder stabilisieren.

Alle Teilnehmer sind mit hoher Konzentration voll dabei und können sich über ihre deutlich sichtbaren Lernerfolge freuen. Jeder, der nach einigen vergeblichen Versuchen sein ausbrechendes Fahrzeug ohne Dreher stabilisiert hat, kennt dieses Erfolgs-Gefühl. Schnell naht das Ende der Veranstaltung. Zum Abschluss wird der Lernerfolg mit einer Urkunde und einem kleinen Erinnerungspokal dokumentiert. Die Organisatoren und Instruktoren erhalten ihre "Belohnung" beim Blick in die strahlenden Gesichter der Teilnehmer beim Abschied.

Bericht: Fritz Letters, Bilder Gerry Haag und Fritz Letters

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