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Tagesausfahrt in die Pfalz am 27.08.16 mit Übernachtung Sa/So
-mit Option zur Sekt- / Weinprobe am 26.08.16

Im Land der Elwetritsche und Dubbegläser
Tagesausfahrt in die Pfalz am 27.08.16 mit Übernachtung Sa/So

- und Option zur Sekt- / Weinprobe am 26.08.16

Einige Mitglieder des PC Schwaben kamen 2015 bei einem Club-Abendessen die Idee auf: “Man könnte doch mal eine Tagesausfahrt in die Pfalz machen!“. Schnell war die Frage an die Vorstandschaft des PC Schwaben herangetragen und schließlich für Samstag, den 27.08.2016 geplant.

Um die Heimfahrt nach einer Weinprobe zu vermeiden, wurde die Tagestour zu einer Tagestour mit Übernachtung.  

Die vielen Weingüter, die schöne Gegend und … haben uns "überzeugt", am Freitag Nachmittag eine Weinprobe “optional“ zur Buchung anzubieten. Diese Option ist von allen 46 Teilnehmern vollumfänglich in Anspruch genommen worden und die Tour war insgesamt ausgebucht.

Als Ausgangspunkt und Übernachtungsort wurde Deidesheim gewählt. Ab Freitagmittag reisten alle Teilnehmer zum Hotel Steigenberger in Deidesheim nach und nach an. Der Wettergott lieferte, wie bestellt original Toskana-Wetter mit blauem Himmel und rund 34°C. Daher konnte der schöne Nachmittag auf der angenehm schattigen Hotel-Terrasse am kleinen Park mit Ententeich mit Pfälzer Getränken und Gerichten bestens genossen werden.

Um 16:30 waren alle Teilnehmer pünktlich und komplett zum Abmarsch versammelt, obwohl einige Staus die Anreise sehr verzögert hatten. Als erster Programmpunkt stand eine Sekt- und Weinprobe bei der Sektmanufaktur Menger-Krug in 200 m Entfernung an. Zu Fuß bewegte sich die Gruppe in Richtung Weinstraße 80. Eigentlich sehr untypisch, denn sonst gilt: “Diese paar Meter kann man auch fahren.“

Im wunderschönen Garten hinter dem Menger-Krug-Gebäude traf uns Herr Schmied (Kellermeister und Sommelier, Menger-Krug) und führte uns in den angenehm kühlen Gewölbekeller hinunter. Dort war alles für die fünfteilige Sekt- und Weinprobe vorbereitet. Herr Schmied stellte sehr kurzweilig die Geschichte der Sektmanufaktur vor, bevor der erste Sekt gemeinsam verkostet wurde. Hierzu wies Herr Schmied strengstens auf die “Warte-Disziplin“ hin, denn schließlich mussten 46 Gläser befüllt werden bis ein gemeinsamer Genuss erfolgen konnte.

Lustige Neckereien und fröhliches Lachen der Teilnehmer überbrückten dann die jeweilige Wartezeit zwischen den einzelnen Proben. Vor jedem gemeinsamen Schluck zitierte der Kellermeister markige, überlieferte Trinksprüche, Pfälzer Lebensweisheiten und Gedichte. Zum Schluss spendierten wir uns sogar noch eine zusätzliche Probe des edelsten Jahrgangssekts von Menger-Krug.

Aber danach wurde zum Aufbrechen aufgerufen, denn schließlich erwartete uns der Deidesheimer Hof zum Abendessen. Und dazu musste noch ein Fußmarsch von 450 m zurückgelegt werden, der bei dieser Temperatur nicht zu unterschätzen war.  Ohne besondere Zwischenfälle wurde auch diese Strecke erfolgreich von allen bewältigt.

Dort angekommen, führte uns das nette Serviceteam in das attraktive Kellergewölbe “Schwarze Hahn“, das uns wieder angenehm kühl empfing. Der Sternekoch Stefan Neugebauer hatte für uns ein sommerliches 3-gängiges Menü zusammengestellt und die vielfältige Weinkarte erfüllte jeden Geschmack.

Nebenbei informierte die Tischdeko des PC Schwaben u. a. über Anatomie der einheimischen, exotischen Elwetritsche. Diese Pfälzer Tierart soll eine Kreuzung von Hühnern, Enten und Gänsen mit im Wald lebenden Kobolden und Elfen sein. Elwetritsche sind äußerst scheu. Allerdings heißt es, sie könnten ihre Flügel kaum gebrauchen, weshalb sie sich überwiegend im Unterholz oder unter den Rebstöcken aufhalten müssen. (Quelle: Wikipedia). Wenn sie sich aus Neugier doch an einem menschen-bewohnten Ort aufgehalten haben, zeugen meist nur hinterlassene bunte Federn von ihrem Besuch. Mit dieser Information sollten alle Teilnehmer auf die bevorstehende Pfälzer Wald Ausfahrt am nächsten Morgen vorbereitet werden.

Nach dem wohlschmeckenden Menü im Deidesheimer Hof, flanierten alle zum Hotel Steigenberger zurück und trafen sich auf der schönen Terrasse für den nächtlichen Schlafenstrunk im Kerzenschein.

Am nächsten Morgen war für alle ein frühes Wecken angesagt, was bei diesem Hochsommerwetter nicht schwer fiel. Spätestens um 9:00 sollten alle Fahrzeuge mit “Roadbook“ auf der Strecke sein. Schließlich mussten bis zum traditionellen PC Schwaben “11-Ührchen“ rund 116 km auf kleinsten Straßen durch tiefsten, hügeligen Wald zurückgelegt werden. Deshalb fand schon früh ein reges Treiben in der Tiefgarage und dem Parkplatz statt. Unterwegs positionierte sich Fritz Letters bei dem Ortseingang Elwenfels, alias Waldleiningen, für die ersten Fotos von den Teilnehmern auf der Strecke.

  • Zur Erklärung: Elwenfels ist ein fiktiver, kleiner pfälzischer Ort in der Nähe von Deidesheim, der in dem fantastischen, gleichnamigen Kriminalroman (von dem Autorenteam Habekost) eine zentrale Rolle spielt. Für Pfalz-Fans unbedingt lesenswert. Manche Teilnehmer hatten diesen Krimi im Vorfeld mit großem Interesse schon gelesen und wollten nun diesen Ort auch auf der Pfalz-Tour durchqueren. Aus diesem Grund hat das Orga-Team eigens dafür ein Elwenfels-Ortsschild anfertigen lassen und entsprechend positioniert.

Unterwegs auf der Strecke gab es viele wunderschöne Ausblicke und eindrucksvolle Licht- und Schattenspiele zwischen dunklen Waldstücken, hohen Bäumen, Lichtungen und Wiesen. Würzige, erdige Gerüche wurden von ulkigen Vogelgeräuschen unterstrichen. Hier ist das Land der Elwetritsche.

Alle Porsche kamen fast pünktlich zum 11-Ührchen bei der “Zwickmühle“ in Ludwigswinkel am Saarbacherhammer an, einem idyllischen Badesee. Manches Fahrerteam hatte tatsächlich seine Badesachen dabei und nutze die Gelegenheit für einen Sprung ins kühle Nass.

Dann eröffnete der Präsident des PC Schwaben, Fritz Letters das leckere pfalz-typische Canapés-Büffet, das auf der wunderschönen Seeblick-Terrasse für uns gerichtet war. Nach dem Imbiss waren alle gut erfrischt und so konnte zur zweiten Etappe der Ausfahrt aufgebrochen werden. Auf dem Parkplatz befanden sich an einigen Fahrzeugen auf der Frontscheibe orange-farbige Federn. Dies ließ darauf schließen, dass ein paar neugierige Elwetritsche sich die schicken Porschefahrzeuge näher betrachtet hatten und sich dabei am Scheibenwischer die ein oder andere Feder verklemmt hatte.

Das nächste Ziel war Wachenheim. Über Burrweiler bis nach Sankt Martin konnte auf der Weinstraße das Pfälzer Rebenmeer im Sonnenschein genossen werden. Ab Sankt Martin führte die Totenkopfstraße zurück in den Pfälzer Wald und über Lambrecht nach Wachenheim. Dort lockte die “Gerümpelstube“ mit einem köstlichen “Flying Buffet“. Das Gerümpelstuben-Team verwöhnte uns auf ihren beiden bezaubernden Innenhof-Terrassen nach allen Regeln der Kunst. Hier wurde auch die Frage nach den so genannnten Dubbegläsern geklärt.

  • Zur Erklärung: Es handelt sich dabei um ein konisches, 0,5 Liter großes Glas, das für eine bessere Griffigkeit 18 kreisrunde Vertiefungen am Umfang hat. Einst wurde es von Pfälzer Metzgern aus Bad Dürkheim erfunden. In diesen Gläsern wird traditionsgemäß die Pfälzer Riesling-Schorle serviert. Das Mischungsverhältnis lautet: vier (vertikal aneinander gehaltene) Finger Wein und vier (horizontal aneinander gehaltene) Finger Sprudel.

Danach fuhren alle Fahrer-Teams wieder zurück ins Hotel zurück, denn nach kurzer Erholung traf man sich in der Lobby für den nächsten Termin. Dazu musste zunächst wieder ein Fußmarsch von 950 m zum Weingut Von Winning bewältigt werden.

Dort empfing uns der erfahrene Senior-Kellermeister Herr Streib und führte uns mit einer begleitenden Weinprobe durch den beeindruckenden Weinkeller des Weinguts. Neben vielen interessanten Erklärungen zum Weinbau, gab Herr Streib auch einige lustige Anekdoten und Witze zum Besten, so dass die Zeit wie im Flug verging. Im Anschluss an die Führung folgte das Restaurant Leopold, das zum Weingut gehört. Auf der Terrasse ließen wir diesen gelungenen Sommertag bei köstlichen Speisen und Getränken gebührend und lange ausklingen. Der Heimweg zum Hotel erschien zu später Stunde viel kürzer, so dass an der Hotelbar noch Zeit für ein letztes Betthupferl blieb.

Am nächsten Morgen konnte das Frühstück auf der Hotel-Terrasse ausgiebig bei netten Gesprächen mit den Clubkollegen genossen werden. Manch einer nutzte im Anschluss noch die Gelegenheit, um sich in Deidesheim den Weinstraßentag 2016, “Himmlische Pfalz“ anzuschauen. Hierbei handelt es sich um das längste Weinfest der Welt. Auf einer Länge von 80 km ist die Weinstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt und nur für Fußgänger, Skater und Fahrradfahrer zugänglich. Unterwegs zeigen die ansässigen Gastronomen und Weingüter, was sie alles zu bieten haben.

Fazit: Strahlende Gesichter und jede Menge herzliche Dankeschöns bestätigten der Vorstandschaft des PC Schwaben, dass die Tagesausfahrt in die Pfalz, der Deutschen Toskana eine sehr gelungene Wahl war. “Zum Wohl. Die Pfalz."

Text: Ute Kröger
Bilder: Fritz Letters und Ute Kröger

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